Netzwerktreffen Stuttgart 12./13.05.2012

Zu ihrem Jahrestreffen kamen die Mitglieder des Netzwerks türkeistämmiger MandatsträgerInnen in Stuttgart zusammen. Am 12. Mai diskutierten die angereisten Vertreter des Netzwerks, Mitglieder verschiedener deutscher Landes- und Kommunalparlamente, mit den Mitgliedern des Landtags von Baden-Württemberg Muhterem Aras, Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Dr. Bernhard Lasotta, Vorsitzender des Arbeitskreises Integration der CDU-Fraktion und Claus Schmiedel, SPD-Fraktionsvorsitzender. Besonders interessierten sich die Netzwerkerinnen und Netzwerker für die Integrationspolitik der neuen Landesregierung, die Einführung von Beteiligungsprozessen in die politische Arbeit und für Konzepte, mit denen man Menschen mit Migrationshintergrund für die Politik gewinnen kann. In der sich anschließenden Diskussion wurde über strukturelle Benachteiligung, die Einführung der Ganztagesschule und das Problem der Jugendarbeitslosigkeit gesprochen.

Im Anschluss an die Diskussion stellte der Politikwissenschaftler Ronny Blaschke in seinem Vortrag am Beispiel des Fußballs vor, wie Rechtsextreme in die Mitte der Gesellschaft vorzudringen versuchen. Gerade im Sport und in der Fanszene versuchen rechte Gruppen Nachwuchs zu gewinnen. In seinen eindrücklichen Vortrag band Blaschke persönliche Erfahrungen und zahlreiche Foto- und Internetfundstücke mit ein. Viele Fragen und Anmerkungen ergab die Diskussion mit dem Publikum. Dabei wurde nicht nur über Szenecodes und Tarnversuche gesprochen, sondern auch die Möglichkeit diskutiert, derlei Tendenzen und Unterwanderungsstrategien offenzulegen.

Am späten Nachmittag stellte die Leiterin der Stadtbibliothek Stuttgart, Ingrid Bussmann, der Gruppe vor Ort das neue Gebäude der Bibliothek und das interkulturelle Konzept des Hauses vor. Die Stadtbibliothek präsentiert sich allen Stuttgarterinnen und Stuttgartern als offenes Haus mit zahlreichen Aufenthaltsmöglichkeiten, einem Café und großzügigen Möglichkeiten, sich Bücher und Hefte, aber auch Filme aus dem Regal zu nehmen. Dabei werden die deutschsprachigen Medien durch fremdsprachige Angebote ergänzt.

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