Positionspapier zu Bildung

Das Bildungspositionspapier
(Überarbeitet am 16.11.2008)

Arbeitsgruppe: Ismail Özkan SPD; Ibrahim Tuner SPD; Iskender Sen SPD; Ergun Can SPD; Simone Gündüz SPD; Zeliha Aykanat SPD; Aygül Özkan CDU; Yusuf Aladag CDU; Musa Özdemir Die Linke; Semih Kneip Die Linke; Gönül Glowinski FDP; Ersoy Sengül Bündnis 90/ Grüne;

Bildung ist ein hohes und allgemeines Gut. Die Zukunft unseres Landes, das heißt wirtschaftlicher Wachstum, Innovation, stabiles Sozialsystem hängt eng mit dem Bildungsgrad unserer Bevölkerung zusammen. Der frühzeitigen Förderung der deutschen Sprache bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund kommt eine besondere Rolle zu, da vor allem eine gute Sprachkompetenz der Schlüssel für eine qualifizierte und erfolgreiche Schul- und Berufslaufbahn ist. Das gegliederte Schulsystem bewirkt die Auslese, da SchülerInnen aus sozial benachteiligten Schichten, insbesondere SchülerInnen mit Migrationshintergrund, wie auch SchülerInnen mit Entwicklungsverzögerungen bei diesem Schulsystem auf der Strecke bleiben. Die Schulstruktur hat sich über Jahre hinweg nicht geändert, bei dieser Struktur ist Chancengleichheit nicht gewährleistet. Bildungsprozesse sollten aber flexibel sein und sich auf gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Veränderungen einstellen.

Dafür wären folgende Reformen notwendig:

Frühkindliche Förderung (Krippen und Kitas)

  • kostenfreie Krippenplätze für alle Eltern
  • alle Kita-Jahre sollten gebührenfrei sein
  • die Kitapflicht sollte eingeführt werden
  • Kita soll keine Abgabestelle, sondern vielmehr einen Bildungsauftrag erhalten
  • ErzieherInnen nach skandinavischem System (Hochschulstudium) ausbilden und entsprechend vergüten
  • Eltern sollen mit einbezogen werden, intensive Gespräche mit den Eltern Über die Sprachentwicklung des Kindes müssen geführt werden und gemeinsame Lösungsansätze erarbeitet werden; Eltern in den Entwicklungsprozess der Kinder mit einbeziehen
  • individuell sollten Sprachlerntagebücher von ErzieherInnen geführt werden (regelmäßige Sprachstandsüberprüfung)
  • bei Sprachdefiziten sollte ein Intensivsprachkurs angeboten werden
  • Bilingualität fördern (Projekte, wie z.B. Rucksackprojekt)
  • Gesunde Mischung der Kinder schon im Kita-Bereich, damit man die Sprache besser lernt (Nach Aussage von Prof. Bade Migrantenanteil in Kita und Schule 25 % )
  • Einstellen von ErzieherInnen mit Migrationshintergrund (auch männliche Erzieher einstellen, haben einen besseren Zugang)
  • finanzielle Mittel für Kita`s erhöhen

    Schule

  • Zu kurze Grundschulzeit, da eventuell vorhandene Sprachdefizite nicht aufgeholt werden können (Chancengleichheit nicht gewährleistet). Aus diesem Grunde halten wir es für unerlässlich die Kinder länger gemeinsam lernen zu lassen
  • kleinere Gruppen bzw. Klassen
  • neue Unterrichtsformen, kein Frontalunterricht
  • mehr Lehrer mit Migrationshintergrund einstellen ( gerade auch männliche Lehrer im Grundschulbereich)
  • Reformierung der Lehrerausbildung in Bezug auf:

    ~ interkulturelle Kompetenz
    ~ Ausbildung der Lehrer muss sich den Veränderungen der Gesellschaft anpassen
    ~ Wissenstand der Lehrer muss regelmäßig überprüft

  • Ganztagsschulen flächendeckend einführen (kostenlosem Mittagessen und div. AG´s, z.B. Musik, Theater, Sport usw.)
  • Berufsberatung durch qualifizierte Berufsberater schon viel früher in den Schulen einsetzen. Kooperation Schule und Betriebe Kompetenzverteilung für Bildung abschließend klären Bund oder Länder?
  • Schuleinzugsgrenzen aufheben, damit Eltern entscheiden können, welche Schule ihr Kind besuchen wird
  • Schulen müssten unabhängig sein und ihr eigenes Schulprofil entwickeln
  • finanzielle Mittel der Schulen erhöhen und gleichzeitig gerechtere Verteilung
  • Fernbleiben von Klassenfahrten, Schwimm- und Sportunterricht, Aufklärungsarbeit unterbinden, bei unerlaubten Fernbleiben sollten Konsequenzen erfolgen
  • die Bildungseinrichtungen (Kita und Schule) sollten auf die sprachliche Kompetenz der Eltern achten und bei Bedarf über das Bildungssystem aufklären

    Es ist eine Forderung an die Politik, sich endlich den Anforderungen der
    gegenwärtigen und zukünftigen gesamt gesellschaftlichen Entwicklung zu stellen und die auf Gerechtigkeit, Demokratie, Sozial- und Rechtstaatlichkeit, Humanität und Solidarität beruhenden Lösungen zu entwickeln. Wir brauchen eine Bildungsreform, die auf diesen Prinzipien beruht und ferner berücksichtigt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Um Chancengleichheit herzustellen, müssen die Ressourcen aller Menschen gefördert, entwickelt und zum Wohle aller nutzbar gemacht werden.

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